Die Baustellenverordnung

Auf einer Baustelle geht es meist relativ hart zu. Es wird mit spitzen Gegenständen und schweren Materialien gearbeitet, die teilweise in luftige Höhen transportiert oder in diesen angebracht oder verladen werden müssen. Um dabei nicht fortlaufend den Schutz der Arbeiter zu gefährden, existiert in Deutschland die sogenannte Baustellenverordnung. Diese wird in Paragraph 19 des Arbeitsschutzgesetzes vorgeschrieben und ist als solche im Jahr 1998 in Kraft getreten.

Die Baustellenverordnung dient dazu das Leben und die Sicherheit der Arbeiter auf der Baustelle zu schützen, bzw. dafür zu sorgen, dass Gefahrenquellen minimiert werden oder im besten Fall gar nicht erst entstehen. Da sich verschiedene Unfälle trotz hoher Vorsicht und großer Umsichtigkeit der Bauarbeiter sowie der Baustellenleitung hin und wieder aber dennoch nicht vermeiden lassen, sollte außerdem ein entsprechender Plan vorhanden sein, der sich mit den Gegenmaßnahmen beschäftigt bzw. eine kurze Verhaltensanweisung in Notfallsituationen aufzeigt.

Im Nachfolgenden soll die Baustellenverordnung, wie sie in Deutschland existiert, kurz beschrieben und vorgestellt werden. Dabei können die einzelnen Inhalte nicht spezifisch wiedergegeben, sondern nur grob skizziert werden. An dieser Stelle soll außerdem darauf hingewiesen werden, dass in anderen Ländern Europas und der Welt ähnliche Verordnungen gelten. In Österreich wird diese Verordnung beispielsweise als Bauarbeitenkoordinationsgesetz bezeichnet und trat im Jahr 1999 in Kraft.

 

Koordination auf der Baustelle

Neben der Arbeit mit großen Höhen und gefährlichen Werkstoffen existiert auf einer Baustelle noch eine weitere mögliche Gefahrenquelle, die von einem Bauherren aber auch von den Arbeitern keineswegs unterschätzt werden sollte: Falsche oder irreführende Koordination. Wenn Arbeiter von verschiedenen Unternehmen, Baufirmen und Subunternehmen unkoordiniert vor sich hin oder nebeneinander her arbeiten, kann es immer wieder dazu kommen, dass die Aufmerksamkeit gegenüber den anderen Arbeitern sinkt. Jeder konzentriert sich auf sein Stück Arbeit und die einzelnen Maßnahmen werden nicht miteinander abgesprochen. Durch diese Vorgehensweise weiß Arbeiter A aus Firma B bereits nach kurzer Zeit nicht mehr, was Person C aus Firma D tut, obwohl beide im Grunde genommen mit derselben Aufgabe beschäftigt sind. Hieraus können mögliche Gefahrenquellen entstehen, die für die Arbeiter lebensbedrohlich werden können. Aus diesem Grund ist die Baustellenverordnung in erster Linie auch eine koordinierende Vorgabe, die die Arbeit auf der Baustelle strukturieren soll. Ein Koordinator muss bestellt werden und diese Aufgabe umsetzen.

Sicherheit und Gesundheit per Plan

Die Baustellenverordnung schreibt vor, dass ein sogenannter Sicherheits- und Gesundheitsplan auf jeder Baustelle erstellt werden muss, auf der verschiedene Arbeiter unterschiedlicher Baufirmen tätig sind. Dieser SiGePlan muss diverse Schutzmaßnahmen sowie räumliche und zeitliche Abläufe vorschreiben. Darüber hinaus werden gewerkbezogene Gefährdungen angesprochen sowie die entsprechenden Schutzmaßnahmen hierfür vorgestellt. Die Pflichten zur Bestellung des Koordinators, Erstellung des SiGePlans und das Zusammentragen weiterer Unterlagen obliegen dem Bauherrn.

Baustellenverordnung